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Auf Gold setzen! Die Zeiten ändern sich schnell: Die Suche nach dem „safe haven" infolge der dramatischen Zuspitzung der Finanzmarktkrise hat Gold in den letzten Tagen starken Auftrieb gegeben. Dagegen hatten in den Wochen zuvor die Stärke des US-Dollars und der fallende Ölpreis schon einige Analysten dazu bewegt, das Ende der Goldhausse auszurufen. Wir sind überzeugt, dass die gestiegene Risikoaversion und eine steigende physische Nachfrage dem Goldmarkt bis Jahresende kräftige Impulse geben werden.
Erneute Zuspitzung der Finanzmarktkrise macht Gold wieder attraktiv
Angesichts der hohen Unsicherheit dürfte die Aufhellung des technischen Bilds auch die Finanzinvestoren wieder anlocken. Diese waren in den letzten Wochen deutlich vorsichtiger geworden. Seit Mitte Juli waren bei den Exchange Traded Funds (ETFs), die Gold als Einlage physisch hinterlegen müssen, signifikante Abflüsse zu verzeichnen: Vor allem das Fondsvolumen des mit Abstand größten Gold-ETFs, SPDR Gold Shares, schrumpfte seitdem um immerhin gut 60 Tonnen. Unseres Erachtens waren diese Abflüsse teilweise auf Liquidationen seitens der Aktien- und Rohstofffonds zurückzuführen, die dort überschüssige Liquidität „geparkt" hatten. Nun könnte sich dieser Trend wieder umkehren.
Pessimismus der Spekulanten dürfte nachlassen
Innerhalb der letzten zwei Monate haben sich die Positionen mehr als halbiert und liegen jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit über einem Jahr. Die Stimmungsindikatoren von Net Davis Research bestätigten das Bild: Der Markt war in den vergangenen Wochen ebenso extrem pessimistisch eingestellt wie zuletzt vor gut einem Jahr, als der Goldpreis noch unter USD 700 notierte. Zur Erinnerung: In den folgenden Monaten stieg der Goldpreis um knapp 50 Prozent auf über USD 1.000 je Unze. Auch wenn wir zurzeit nicht vom gleichen Ausmaß der Aufwertung ausgehen, spricht der übertriebene Pessimismus für ein hohes Steigerungspotenzial.
Saisonal starke Nachfrage und günstige Preise unterstützen
Auch wenn die soziale Einstellung zu Gold von Land zu Land unterschiedlich ist, so ist allen Kulturen gemein, dass Goldschmuck vor allem zu bestimmten Anlässen verschenkt wird. Und von diesen fallen die meisten in die zweite Jahreshälfte: z. B. das islamische Fest des Fastenbrechens, das indische Lichterfest Diwali sowie Weihnachten in der christlichen Religion. Und nicht zuletzt beginnt im Oktober die zweite indische Hochzeitssaison. Die Goldnachfrage zeigt deshalb ein stark ausgeprägtes saisonales Muster, wobei sie jeweils im Jahresschlussquartal am höchsten ist. Diese Saisonalität spiegelt sich auch in der Entwicklung der Preise wider: In den Monaten September bis Dezember zogen sie in der Vergangenheit deutlich stärker an als im Monatsdurchschnitt üblich.
Knapperes Angebot
Die Belebung der physischen Nachfrage wird, gepaart mit einem erneut steigenden Investoreninteresse, dem Goldpreis Auftrieb geben. Die sich dramatisch verschlechternden Nachrichten aus dem Finanzsektor werden die Risikoaversion auf einem hohen Niveau halten. Ein maßgeblicher Einflussfaktor für den weiteren Verlauf wird die Entwicklung des US-Dollars sein. Wir gehen nicht davon aus, dass sich dessen jüngster Höhenflug so fortsetzen wird, sondern erwarten vielmehr eine erneute Gegenbewegung. Für die kommenden Monate sind wir insgesamt für Gold optimistisch gestimmt, auch wenn eine wichtige Unterstützung, die Nachfrage nach Gold zum Schutz vor Inflation, entfallen sollte. Zum Jahresende halten wir Preise von USD 900 je Feinunze für realistisch. EW |
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